Franz_Joseph_I._(Österreich-Ungarn) Beschreibung Franz_Joseph_I._(Österreich-Ungarn)  
 
   
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Franz Joseph I. (Österreich-Ungarn)

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Franz Joseph I. (Österreich-Ungarn) Artikel

Buch-Tipp: "Ich bin bloß Corvetten-Capitän ...". Private Briefe Kaiser Maximilians und seiner Familie Vor lauter Lesen komme ich nicht zum Rezensieren Mir gefällt das Buch sehr gut. Besonders wegen der - bis dato - nie veröffentlichten Briefwechsel und den interessanten Anmerkungen in den Fußnoten. Es tauchten viele Fakten auf, die ich noch nicht wusste. Großes Lob an die Autorin.
Franz Joseph I. (Österreich-Ungarn) Beschreibung
Franz Joseph I. (Österreich-Ungarn) Beschreibung
Kaiser Franz Joseph I.

Franz Joseph I. (* 18.08 1830 Wien-Schönbrunn, † 21.11 1916 in Wien) war Kaiser von Österreich und Apostolischer König von Ungarn 1848-1916.

Nach der Niederschlagung der Revolution von 1848 wurde er nachdem Rücktritt seines Onkels Ferdinand I. mit 18 Jahren bereits Kaiser. Von Anfang an sah er seine Hauptaufgabe darin, eine weitere Revolution zu verhindern und stützte sich dabei hauptsächlich auf das Militär und die Kirche. Kaum eine Darstellung zeigt ihn anders als in der Uniform des Obersten Kriegsherrn.

Die Oktroyierte Verfassung 1849 wurde nie in Kraft gesetzt und 1851 gänzlich abgeschafft. Von nun an regierte der junge Kaiser absolutistisch und entschieden zentralistisch. Erst die Niederlage in Solferino 1859 bereitete den Weg für Verfassungsreformen: es folgten 1860 das Oktoberdiplom und 1861 das Februarpatent, die Österreich in eine konstitutionelle Monarchie verwandelten.

Eine weitere Niederlage gegen Preußen 1866 brachte den "Ausgleich" mit Ungarn, durch den eine Realunion der beiden Reichsteile entstand. Am 8.6. 1867 wurde er in Budapest zu dem Apostolischen König von Ungarn gekrönt. An dieser Verfassung hielt er bis zu seinem Tod fest - alle Reformpläne (auch die seines designierten Nachfolgers Franz Ferdinand) lehnte er ab. Nicht zuletzt darum sieht seine Regentschaft den Aufstieg eines radikalen Nationalismus bei allen Völkerschaften Österreichs, die das Reich bis in die Unregierbarkeit treiben.

Außenpolitisch sieht seine Regentschaft eine Serie kleiner Siege und großer Niederlagen. In dem italienischen Krieg gegen Napoleon III. und vor allem Sardinien-Piemont wurde Österreich aus Italien vertrieben; in dem deutschen Krieg 1866 aus Deutschland. Militärische Leistungen wie Tegetthoffs Sieg in der Seeschlacht von Lissa blieben bedeutungslos. Nach 1879 lehnte Österreich sich eng an das Deutsche Reich an, wodurch es zwar einen mächtigen Verbündeten (etwa in Balkanfragen) bekam, gleichzeitig aber in die Bündnissysteme vor 1914 verstrickt wurde. Die Verstrickungen am Balkan gemeinsam mit den Automatismen der Bündnispolitik brachten 1914 auch das Verhängnis des 1. Weltkrieges. Ohne den Krieg aktiv betrieben zu haben, setzte er doch seine Unterschrift unter die Kriegserklärung an Serbien, wodurch er sein Reich, das er mit solcher Zähigkeit bewahrt hatte doch noch in den Abgrund stieß.

Kaiser Franz Joseph bleibt bis heute eine äußerst zwiespältige Figur. Teilweise - so schon von Joseph Roth in seinem Roman Radetzkymarsch - mit nostalgischem Flair umwoben (nicht zuletzt auch wegen der Beziehung zu seiner Frau Elisabeth, bekannter unter ihrem Film-Kosenamen "Sissi" (in Wirklichkeit wurde sie Sisi genannt), teilweise als schwarzer Reaktionär und grauer Bürokrat in Erinnerung, blühte besonders in den Jahren um 1900 unter seiner Regentschaft die Geisteskultur in Österreich wie nie zuvor und nie danach, ohne dass der Kaiser freilich aktiv an diesen kulturellen und intellektuellen Strömungen, die ihm völlig fremd blieben, Anteil genommen hätte. Gegen die nach 1900 überbordenden Nationalitätenkonflikte wirkte er als eine Instanz der Bewahrung und des Zusammenhalts. Seine Schicksalsschläge - 1867 Hinrichtung seines Bruders Maximilian in Mexico, 1889 Selbstmord seines Sohnes Kronprinz Rudolf, 1898 Ermordung seiner Frau Elisabeth sowie am 28.06 1914 die Ermordung des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Frau in Sarajevo - ließen ihn in den Augen seiner Untertanen als ein Mann erscheinen, der stoisch ein schweres Schicksal trug ("Mir bleibt auch nichts erspart!"). In den letzten Jahren seiner Herrschaft wurde er, auch aufgrund seines Äußeren, mehr und mehr als gütiger älterer Herr gesehen - dies ist auch das Bild, das heutzutage hauptsächlich mit ihm assoziiert wird, ohne dass man noch daran dächte, dass er die Ermordung seines ungeliebten Thronerben Franz Ferdinand mit den Worten "Es ist für mich eine große Sorge weniger" kommentierte - und dass er noch mit 84 Jahren seine Völker in einen Krieg führen zu müssen meinte.

Siehe auch: Liste der Könige von Ungarn, Liste der Herzöge und Könige von Böhmen, Franz-Joseph Land

Vorgänger:
Ferdinand I.

Kaiser von Österreich-Ungarn

Nachfolger:
Karl I.



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